Aktualisiert: Oktober 2026 · von Stefano Rost
Als wir 1999 angefangen haben, kam ein Virus auf einer Diskette ins Büro. Heute verschlüsseln Angreifer in einer Nacht ganze Betriebe und verlangen Lösegeld. Die Technik hat sich verändert, die Angreifer auch. Was gleich geblieben ist: Wer vorbereitet ist, hat meistens Ruhe.
Damals: Viren, Disketten und der Virenscanner
Um die Jahrtausendwende waren Computer im Betrieb meist einzelne Geräte mit einer langsamen Internetverbindung. Schadprogramme kamen über Disketten, CDs und zunehmend per E-Mail. Der „ILOVEYOU“-Wurm legte im Mai 2000 weltweit Mailsysteme lahm, weil Menschen neugierig einen Anhang öffneten.
Die Antwort war damals einfach: ein Virenscanner auf jedem Rechner und ab und zu eine Sicherung auf Band oder CD. Für viele Betriebe hat das lange gereicht.
Die 2000er: Alles hängt am Netz
Mit DSL waren Rechner plötzlich dauerhaft online. Würmer verbreiteten sich nun von allein, ganz ohne Zutun der Nutzer, von Rechner zu Rechner. Firewalls und regelmäßige Windows-Updates wurden zur Pflicht. In dieser Zeit entstand auch das Phishing: gefälschte E-Mails, die Passwörter und Bankdaten abgreifen.
Die 2010er: Aus Schaden wird ein Geschäftsmodell
Mit der Erpressersoftware, der sogenannten Ransomware, änderte sich das Ziel. Es ging nicht mehr darum, Schaden anzurichten, sondern Geld zu verdienen. Die Angreifer verschlüsseln alle Daten und verlangen Lösegeld. „WannaCry“ traf im Mai 2017 weltweit Firmen, Behörden und Krankenhäuser, vor allem dort, wo Updates fehlten.
Gleichzeitig wanderten Daten in die Cloud und aufs Smartphone. Die Grenze zwischen „drinnen im Büro“ und „draußen im Internet“ verschwand.
Heute: Homeoffice, Cloud und KI
Heute arbeitet kaum ein Betrieb nur noch an einem Ort. E-Mails laufen über Microsoft 365, Mitarbeitende greifen von zu Hause zu, und das Handy ist längst ein Arbeitsgerät. Für Angreifer ist nicht mehr der Rechner das wichtigste Ziel, sondern das Passwort.
Dazu kommt die künstliche Intelligenz. Betrugs-Mails sind heute fehlerfrei geschrieben, persönlich formuliert und kaum noch an schlechtem Deutsch zu erkennen. Auch Stimmen lassen sich täuschend echt nachahmen. Umgekehrt hilft KI aber auch bei der Abwehr, weil sie ungewöhnliches Verhalten schneller erkennt.
Was sich in über 25 Jahren nicht geändert hat
- Die meisten Angriffe beginnen mit einem Klick. Früher war es der Anhang, heute der Link zur gefälschten Anmeldeseite.
- Fehlende Updates sind die häufigste Lücke. Das galt 2000, 2017 und gilt heute.
- Ohne Datensicherung ist jeder Schaden endgültig. Mit einer guten Sicherung ist er meist nur ärgerlich.
Was heute zur Grundausstattung gehört
- Automatische Updates für Windows, macOS, Programme und Router
- Datensicherung nach der 3-2-1-Regel: drei Kopien, zwei Speicherorte, eine außer Haus
- Die Rücksicherung wird regelmäßig getestet
- Anmeldung mit zweitem Faktor, vor allem für E-Mail und Microsoft 365
- Ein Passwort-Manager statt Zettel und Wiederholungen
- Eine Firewall und ein getrenntes WLAN für Gäste
- Sicherer Fernzugriff per VPN statt offener Ports
- Mitarbeitende, die wissen, woran man eine Betrugs-Mail erkennt
Unser Rat
IT-Sicherheit ist kein Produkt, das man einmal kauft. Sie ist eine Gewohnheit: aktuell bleiben, sichern, prüfen. Das klingt nach Aufwand, ist aber im Alltag mit wenigen festen Abläufen erledigt, und deutlich günstiger als ein einziger Tag Stillstand.
Wir schauen uns deine IT gerne in Ruhe an und sagen dir ehrlich, wo du gut aufgestellt bist und wo Lücken sind. Mehr zur IT-Betreuung für Firmen oder ruf einfach an: 08171 2383085.
Häufige Fragen
Reicht ein Virenscanner heute noch aus?
Nein. Ein Virenscanner ist nur noch ein Baustein. Genauso wichtig sind regelmäßige Updates, eine geprüfte Datensicherung, die Anmeldung mit zweitem Faktor und Mitarbeitende, die eine gefälschte E-Mail erkennen.
Mein Betrieb ist klein. Bin ich überhaupt ein Ziel?
Ja. Die meisten Angriffe laufen automatisch und suchen sich keine bestimmte Firma aus. Sie treffen jeden, der eine Lücke offen lässt. Kleine Betriebe sind sogar besonders betroffen, weil sich dort oft niemand fest um die IT kümmert.
Was ist die wichtigste einzelne Maßnahme?
Eine Datensicherung, die getrennt vom Netzwerk aufbewahrt wird und die man wirklich zurückspielen kann. Wenn alles andere versagt, entscheidet sie darüber, ob dein Betrieb am nächsten Tag weiterarbeitet.
Wie oft sollte man die IT-Sicherheit überprüfen?
Mindestens einmal im Jahr und immer dann, wenn sich etwas ändert: neue Mitarbeitende, neue Software, Homeoffice oder ein neuer Standort. Bei unseren Betreuungskunden prüfen wir das laufend mit.